Menschliche Emotionen ungeahnter Bandbreite.
Heute: Auf der einen Seite bin ich ziemlich sicher, daß die Magisterarbeit nur bestanden sein könnte, weil ich etwas abgegeben habe, das nicht abgepinnt ist; eine gute Note kann technisch gar nicht sein; kann ja froh sein, wenn ich bestanden habe. Zugleich hoffe ich unbedingt eine gute Note, weil ich einfach gut sein will.
Spannendes Wechselbad. Hätte nicht gedacht, daß zwei so konträre Dinge - Pessimismus (d.h. eigentlich fühlt es sich mehr nach realistischem Negativismus an) und Perfektionismus - so gleichzeitig in einem existieren können.
Gestern ist die Bewertungsfrist für die Magisterarbeit abgelaufen. Zumindest hab ich nicht mitgeteilt bekommen, daß die Gutachter Verlängerung beantragt hätten. Also warte ich jeden Tag auf Nachricht. Wobei "warte"... Sagen wir besser: ich harre ihrer, befürchte und erwarte sie.
Nun denn. Wer geht jetzt für mich zum Briefkasten? ^^
Dienstag, 24. April 2012
wtf?
Das neue Design bei blogger.com erlaubt mir zu sehen, wie die Leute auf diesen Blog gekommen sind. Zwei von drei Seiten leuchten mir auch ein - aber diese Diätseite??Will google mir damit etwas mitteilen? Jetzt, wo ich ein google-Handy besitze und der digitale Weltherrscher vermutlich endgültig alles über mich weiß?
So was wie "Hey, wir haben uns deine Daten angesehen, die du testweise in die Fitneß-App eingegeben hattest, und so unter uns: du solltest echt an dir arbeiten"?
Gut, google, ich gebe mich geschlagen. Hast ja nicht Unrecht. (Ts. Segnungen des digitalen Zeitalters. Von wegen!)
PS: Falls man es nicht bemerkt hat: Dieser Post war nur sehr bedingt ernstgemeint. Die Quell-Seite allerdings schon. Oder zumindest ein Scherz von blogger/google; jedenfalls nicht meinem Hirn entsprungen.
Erbitte Aufklärung
Manchmal steht man ja auf dem Schlauch bzw. es leuchtet ein Sachverhalt ums verrecken nicht ein. Bei mir wäre da heute so eine Frage wieder ins Bewußtsein gerückt worden.
Im TV gab es heute als Nebenstrang der Handlung den Verweis auf die Samenspende der Protagonisten, was mir eine Frage in Erinnerung rief, die mich vor Jahren in der Schule schon mal umgetrieben hat, die aber im Bio-Unterricht damals nicht zufriedenstellend geklärt werden konnte (sorry, liebe Pädagogen, aber "is' so" mag beim Militär als unumstößliche Begründung durchgehen, jedoch nicht in einem Betrieb, der - theoretisch - zum Denken ausbilden soll):
Warum darf ein Mann seinen Samen spenden wie er lustig ist, aber eine Frau nicht ihre Eizellen?
Klar, es gibt eine gewisse Begrenzung der verfügbaren Eizellen, und es ist sicherlich nicht gänzlich sinnlos, daß man Frauen davon abhält, fröhlich alles wegzuspenden, was zur Verfügung steht. Gerade, wenn das ideale Spendenalter - heute vom Internet gelernt - zwischen 24 und 32 Jahren liegt; ein Alter, in dem viele Frauen sicherlich ihre Lebens- und Familienplanung noch nicht erschöpfend betrieben haben. (Genau wie die Männer übrigens, aber die dürfen sich ja, wie erwähnt, fröhlich fürs ins Gläschen Onanieren vergüten lassen. Platt ausgedrückt.) Also lasse ich psychologisch gelten, daß man aus der Erfahrung gynäkologischer Praxis heraus die Frauen möglicherweise zu ihrem eigenen, zukünftigen Wohl bremsen will. Wäre ja durchaus ärgerlich, wenn man, sagen wir als Berufsstarter oder Student mit 30 Jahren alle Eizellen fürs schnelle Geld (jaja, ist medizinisch nicht ganz so leicht bzw. schnell - aber führt euch nur mal die Zahlen vors Auge: etwa 500€ für ein Ei? In weniger als zwei Monaten, inkl. der Zeit für vorbereitende Medikation und dem Eingriff selbst? Ohne, daß man nicht in einem Brotjob weiter Geld verdienen könnte? Mal im Ernst! Schwer verdient ist das nicht unbedingt, oder?), jedenfalls im Alter von 30 Jahren sitzt man dann eizellen-technisch auf dem Trockenen und mit 35 Jahren hat man den Einen, den Richtigen und würde eigentlich gerne eine Familie gründen. Geht nun aber nicht mehr. Wäre in der Tat dumm gelaufen. Also sollte man Eizellen zurückbehalten. Gut, laß ich unbesehen gelten.
Nächste Ausbrems-Motivation der Mediziner wird es wohl sein, daß es überhaupt ein Eingriff ist. Soweit ich es verstanden habe (was zugegeben nicht unbedingt etwas heißen muß, schließlich bin ich kein Mediziner und auch nicht so arg tief in der Materie drin), ist es jedoch kein schwerer Eingriff. Dennoch: Eingriff unter Narkose bleibt Eingriff unter Narkose. Will heißen: Ein Risiko, hier zudem ohne medizinische Implikation. Das Argument ist also auch gekauft.
Dennoch: Was geht es jemand anders an, was ich mit meinen Eizellen mache? Über eine solche - und auch durchaus sinnvolle! - mahnende Beratung hinaus kann es dem Arzt doch egal sein. Könnte es ihm im Endeffekt doch auch, wenn ich mit meinen 28 Lenzen entscheide, mich sterilisieren zu lassen. Schwangerschaft wäre dann, so zumindest Sinn der Übung, als Option auch gestorben. Der Legislative könnte diese Frage noch viel egaler sein. Ich nehme nicht an, daß das Gesetz aus einer Zeit stammt, in der Familienschutz und Nationalerhalt in Nachkriegszeiten eine wichtige Handlungsmotivation darstellten (vor allem, da die Eizellenentnahme da medizinisch noch nicht möglich gewesen sein dürfte - oder? Gott, ich komm mir in solchen Momenten so beschämend ungebildet vor!)
Es erscheint mir unterm Strich einfach nur maßlos unfair.
Es gibt so viele, die für ihren Kinderwunsch dann ins Ausland fahren müssen, um sich in den dortigen Kliniken - für Befruchtungstourismus recht weit vorne sind wohl vor allem Niederlande (klar, wer sonst hätte es im Zweifel auch erlauben sollen? ;-) ), Tschechien und Spanien - behandeln zu lassen. Wie der rechtliche Status dieser Paare in Deutschland ist, weiß ich gar nicht. Würde mich aber interessieren. Schließlich begehen sie im Ausland eine dort zwar legale Handlung, die hier aber illegal ist. Bei Komplikationen und auch geglückter Befruchtung erfolgt aber doch die betreuende Behandlung am Wohnort in Deutschland. Weiß jemand, wie es damit aussieht? Klingt auf den ersten Blick nach einer Grauzone, oder?
Jedenfalls: Da gibt es auf der einen Seite diese Paare, die unfaßbare Kosten und Mühen für etwas auf sich nehmen müssen, daß theoretisch hier auch möglich wäre. Das gesundheitliche Risiko kann doch, rein logisch, nicht kleiner werden, wenn zu den Eingriffen dann auch noch der Organisations- und Reisestreß kommt, oder?
Auf der anderen Seite gibt es Frauen - ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, daß es willige Spenderinnen auch in Deutschland gäbe und nicht zufällig nur in Ländern, in denen die Eizellenspende legal ist -, die Eizellen los werden wollen. Die müssten nun in ein mehr oder weniger fremdes Land reisen, um von ihrem Grundrecht auf Selbstbestimmung Gebrauch zu machen. Medizinisch und juristisch unbeleckt wie ich bin, fällt die Frage, ob ich Kinder will oder nicht oder ob ich mich von nicht lebenswichtigen bzw. alltagserleichternden Teilen meines Körpers trenne oder nicht, unter Selbstbestimmung. (Oh, ein wenig amüsant sind die Amis, wenn ich es recht verstanden habe: Da darf nur spenden, wer schon eine erfolgreiche Schwangerschaft hinter sich gebracht hat. Äh ja. Was machen die potentiellen Spenderinnen, die keine Kinder wollen? Leihmutterschaft? So viele Fragen!)
Kann mir da bitte jemand mehr zu sagen? Mich würden die Hintergründe tatsächlich interessieren, doch google gab da nix konkretes zu her (nicht mal, wie man Eizellen spendet, was ich insofern überraschend fand, als daß da doch ein konkretes monetäres Interesse reinspielt (kann mir keiner erzählen, er bzw. sie mache das aus reiner Nächstenliebe!) und monetäre Interessen in der Regel guter Antrieb sind, Informationen zu streuen).
Kernfragen bleiben also: Warum ist das so wie es ist? Wie ist der rechtliche Status quo von Paaren, die sich haben be-schwängern lassen?
Im TV gab es heute als Nebenstrang der Handlung den Verweis auf die Samenspende der Protagonisten, was mir eine Frage in Erinnerung rief, die mich vor Jahren in der Schule schon mal umgetrieben hat, die aber im Bio-Unterricht damals nicht zufriedenstellend geklärt werden konnte (sorry, liebe Pädagogen, aber "is' so" mag beim Militär als unumstößliche Begründung durchgehen, jedoch nicht in einem Betrieb, der - theoretisch - zum Denken ausbilden soll):
Warum darf ein Mann seinen Samen spenden wie er lustig ist, aber eine Frau nicht ihre Eizellen?
Klar, es gibt eine gewisse Begrenzung der verfügbaren Eizellen, und es ist sicherlich nicht gänzlich sinnlos, daß man Frauen davon abhält, fröhlich alles wegzuspenden, was zur Verfügung steht. Gerade, wenn das ideale Spendenalter - heute vom Internet gelernt - zwischen 24 und 32 Jahren liegt; ein Alter, in dem viele Frauen sicherlich ihre Lebens- und Familienplanung noch nicht erschöpfend betrieben haben. (Genau wie die Männer übrigens, aber die dürfen sich ja, wie erwähnt, fröhlich fürs ins Gläschen Onanieren vergüten lassen. Platt ausgedrückt.) Also lasse ich psychologisch gelten, daß man aus der Erfahrung gynäkologischer Praxis heraus die Frauen möglicherweise zu ihrem eigenen, zukünftigen Wohl bremsen will. Wäre ja durchaus ärgerlich, wenn man, sagen wir als Berufsstarter oder Student mit 30 Jahren alle Eizellen fürs schnelle Geld (jaja, ist medizinisch nicht ganz so leicht bzw. schnell - aber führt euch nur mal die Zahlen vors Auge: etwa 500€ für ein Ei? In weniger als zwei Monaten, inkl. der Zeit für vorbereitende Medikation und dem Eingriff selbst? Ohne, daß man nicht in einem Brotjob weiter Geld verdienen könnte? Mal im Ernst! Schwer verdient ist das nicht unbedingt, oder?), jedenfalls im Alter von 30 Jahren sitzt man dann eizellen-technisch auf dem Trockenen und mit 35 Jahren hat man den Einen, den Richtigen und würde eigentlich gerne eine Familie gründen. Geht nun aber nicht mehr. Wäre in der Tat dumm gelaufen. Also sollte man Eizellen zurückbehalten. Gut, laß ich unbesehen gelten.
Nächste Ausbrems-Motivation der Mediziner wird es wohl sein, daß es überhaupt ein Eingriff ist. Soweit ich es verstanden habe (was zugegeben nicht unbedingt etwas heißen muß, schließlich bin ich kein Mediziner und auch nicht so arg tief in der Materie drin), ist es jedoch kein schwerer Eingriff. Dennoch: Eingriff unter Narkose bleibt Eingriff unter Narkose. Will heißen: Ein Risiko, hier zudem ohne medizinische Implikation. Das Argument ist also auch gekauft.
Dennoch: Was geht es jemand anders an, was ich mit meinen Eizellen mache? Über eine solche - und auch durchaus sinnvolle! - mahnende Beratung hinaus kann es dem Arzt doch egal sein. Könnte es ihm im Endeffekt doch auch, wenn ich mit meinen 28 Lenzen entscheide, mich sterilisieren zu lassen. Schwangerschaft wäre dann, so zumindest Sinn der Übung, als Option auch gestorben. Der Legislative könnte diese Frage noch viel egaler sein. Ich nehme nicht an, daß das Gesetz aus einer Zeit stammt, in der Familienschutz und Nationalerhalt in Nachkriegszeiten eine wichtige Handlungsmotivation darstellten (vor allem, da die Eizellenentnahme da medizinisch noch nicht möglich gewesen sein dürfte - oder? Gott, ich komm mir in solchen Momenten so beschämend ungebildet vor!)
Es erscheint mir unterm Strich einfach nur maßlos unfair.
Es gibt so viele, die für ihren Kinderwunsch dann ins Ausland fahren müssen, um sich in den dortigen Kliniken - für Befruchtungstourismus recht weit vorne sind wohl vor allem Niederlande (klar, wer sonst hätte es im Zweifel auch erlauben sollen? ;-) ), Tschechien und Spanien - behandeln zu lassen. Wie der rechtliche Status dieser Paare in Deutschland ist, weiß ich gar nicht. Würde mich aber interessieren. Schließlich begehen sie im Ausland eine dort zwar legale Handlung, die hier aber illegal ist. Bei Komplikationen und auch geglückter Befruchtung erfolgt aber doch die betreuende Behandlung am Wohnort in Deutschland. Weiß jemand, wie es damit aussieht? Klingt auf den ersten Blick nach einer Grauzone, oder?
Jedenfalls: Da gibt es auf der einen Seite diese Paare, die unfaßbare Kosten und Mühen für etwas auf sich nehmen müssen, daß theoretisch hier auch möglich wäre. Das gesundheitliche Risiko kann doch, rein logisch, nicht kleiner werden, wenn zu den Eingriffen dann auch noch der Organisations- und Reisestreß kommt, oder?
Auf der anderen Seite gibt es Frauen - ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, daß es willige Spenderinnen auch in Deutschland gäbe und nicht zufällig nur in Ländern, in denen die Eizellenspende legal ist -, die Eizellen los werden wollen. Die müssten nun in ein mehr oder weniger fremdes Land reisen, um von ihrem Grundrecht auf Selbstbestimmung Gebrauch zu machen. Medizinisch und juristisch unbeleckt wie ich bin, fällt die Frage, ob ich Kinder will oder nicht oder ob ich mich von nicht lebenswichtigen bzw. alltagserleichternden Teilen meines Körpers trenne oder nicht, unter Selbstbestimmung. (Oh, ein wenig amüsant sind die Amis, wenn ich es recht verstanden habe: Da darf nur spenden, wer schon eine erfolgreiche Schwangerschaft hinter sich gebracht hat. Äh ja. Was machen die potentiellen Spenderinnen, die keine Kinder wollen? Leihmutterschaft? So viele Fragen!)
Kann mir da bitte jemand mehr zu sagen? Mich würden die Hintergründe tatsächlich interessieren, doch google gab da nix konkretes zu her (nicht mal, wie man Eizellen spendet, was ich insofern überraschend fand, als daß da doch ein konkretes monetäres Interesse reinspielt (kann mir keiner erzählen, er bzw. sie mache das aus reiner Nächstenliebe!) und monetäre Interessen in der Regel guter Antrieb sind, Informationen zu streuen).
Kernfragen bleiben also: Warum ist das so wie es ist? Wie ist der rechtliche Status quo von Paaren, die sich haben be-schwängern lassen?
Samstag, 31. März 2012
"Same procedure as every year, James"
Ich weiß, ich weiß, ich bin spät dran... Es folgt also die reumütige Liste der Vorschläge dessen, was man mir zum Geburtstag schenken könnte, wenn man denn unbedingt wollte. ;-)
- einen Gutschein für kringkratzbaum.de als ersten Grundstein für Emils zukünftige Kratz- und Kletterwand
- Strickbücher: "Knit.Sock.Love" und/oder "The Best of Knitscene"
- Patrick Rothfuss: "Die Furcht des Wesen, Band 1"
- und um den medialen Umbruch zu vollziehen: "The Witcher 2: Assassins of Kings"
- wie jedes Jahr gilt: Bücher- und Wollgutscheine gehen sowieso immer. Nichts schenken auch.
Montag, 26. März 2012
Von ufo-Forscherinnen und Konsequenzen
Nach meinem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung mit Daniel und dem, sagen wir: in Hinsicht auf soziale Fertigkeiten insgesamt wenig rühmlichen Winter habe ich mich auch im Gemeinschaftsthread der Strickerinnen, besagten ufo-Forscherinnen, seltener blicken lassen, alle paar Wochen mal was geschrieben. Die Mädels waren immer wieder lieb und herzlich, aber ganz ehrlich? Ich hätte ein schlechtes Gewissen, mich schon wieder mit einem "Kennt ihr mich noch?" dazwischen zu mogeln; und so würde ich es empfinden, denn es ist eine wunderbare, familiäre Internet-Clique, die ich nicht ständig und immer wieder mit meinem Kram stören und belasten mag.
Klar, sie sind lieb und toll und nett und das Verhältnis zu einigen war auch recht eng bzw. über die Jahre auf dem Weg enger zu werden. Insofern würden sie mich wohl nicht wegjagen ("Wie auch, in einem öffentlichen Forum?", flüstert da die böse Stimme in mir.). Doch gerade weil sie so toll sind, habe ich vor ein paar Wochen aufgehört, mitzulesen; ich kam mir vor wie ein Voyeur.
Insofern: Fühlt euch also von Herzen gegrüßt, meine Damen! Ich denk an euch. ;-)
Was ich eigentlich sagen wollte:
In der Re-Sortierung dessen, was man so Leben nennt, mußte ich festellen, daß mir einiges immer weiter nachhängen wird: Verlorene Zeit im Studium, z.B..
Oder die Erkenntnis, daß ich mich im Westen des Tals heimisch fühle und mit der Zeit gerne wieder dahin mag (wenn auch nicht zurück in mein altes Leben).
Oder eben, daß ich Menschen ausgesperrt habe (ohne es näher auszudifferenzieren), die mir nun unglaublich fehlen - da denke ich in letzter Zeit auch sehr viel an meinen besten Ortsvereinsvorsitzenden und seine bessere Hälfte! -, wo ich aber weiß, daß es fairer und besser ist, ich bleibe weiter fern.
Und viele Kleinigkeiten, die aufzuzählen müßig wäre.
Manchmal frage ich mich, ob es je gut sein wird?
Ich mein, sicher, mir geht es wesentlich besser. Klinik wäre heute kein Thema mehr. Ich habe meine Magisterarbeit geschrieben und abgegeben. Trotz allem haben sich auch Menschen in meinem Leben festgekrallt, die mir unglaublich viel bedeuten.
Trotzdem habe ich Sorge, daß es mir wieder schlechter gehen wird. Daß alte Verhaltensmuster wieder getriggert werden. Daß ich die "Spätfolgen" nie loswerde und nie das sorgenfreie, unbeschwerte Leben habe, das andere allem Anschein nach leben. Ohne Altlasten und ohne an Verlust erinnert zu werden.
Das klingt jetzt wahrscheinlich schlimmer als es ist. Mir geht es gut. Ich stelle mir momentan nur vermehrt die Frage, ob mich der Rest ewig verfolgen wird und ich mir die Chance auf freies Leben gründlich verbaut habe oder ob es irgendwann, vielleicht ganz plötzlich, vielleicht schleichend und ohne daß ich es merke - wie bei einem Schmerz, der verklungen ist - einfach alles gut ist, ich im Hier und Jetzt und für die Zukunft bin ohne den Klotz des Alten am Bein?
Wißt ihr, was ich meine?
Klar, sie sind lieb und toll und nett und das Verhältnis zu einigen war auch recht eng bzw. über die Jahre auf dem Weg enger zu werden. Insofern würden sie mich wohl nicht wegjagen ("Wie auch, in einem öffentlichen Forum?", flüstert da die böse Stimme in mir.). Doch gerade weil sie so toll sind, habe ich vor ein paar Wochen aufgehört, mitzulesen; ich kam mir vor wie ein Voyeur.
Insofern: Fühlt euch also von Herzen gegrüßt, meine Damen! Ich denk an euch. ;-)
Was ich eigentlich sagen wollte:
In der Re-Sortierung dessen, was man so Leben nennt, mußte ich festellen, daß mir einiges immer weiter nachhängen wird: Verlorene Zeit im Studium, z.B..
Oder die Erkenntnis, daß ich mich im Westen des Tals heimisch fühle und mit der Zeit gerne wieder dahin mag (wenn auch nicht zurück in mein altes Leben).
Oder eben, daß ich Menschen ausgesperrt habe (ohne es näher auszudifferenzieren), die mir nun unglaublich fehlen - da denke ich in letzter Zeit auch sehr viel an meinen besten Ortsvereinsvorsitzenden und seine bessere Hälfte! -, wo ich aber weiß, daß es fairer und besser ist, ich bleibe weiter fern.
Und viele Kleinigkeiten, die aufzuzählen müßig wäre.
Manchmal frage ich mich, ob es je gut sein wird?
Ich mein, sicher, mir geht es wesentlich besser. Klinik wäre heute kein Thema mehr. Ich habe meine Magisterarbeit geschrieben und abgegeben. Trotz allem haben sich auch Menschen in meinem Leben festgekrallt, die mir unglaublich viel bedeuten.
Trotzdem habe ich Sorge, daß es mir wieder schlechter gehen wird. Daß alte Verhaltensmuster wieder getriggert werden. Daß ich die "Spätfolgen" nie loswerde und nie das sorgenfreie, unbeschwerte Leben habe, das andere allem Anschein nach leben. Ohne Altlasten und ohne an Verlust erinnert zu werden.
Das klingt jetzt wahrscheinlich schlimmer als es ist. Mir geht es gut. Ich stelle mir momentan nur vermehrt die Frage, ob mich der Rest ewig verfolgen wird und ich mir die Chance auf freies Leben gründlich verbaut habe oder ob es irgendwann, vielleicht ganz plötzlich, vielleicht schleichend und ohne daß ich es merke - wie bei einem Schmerz, der verklungen ist - einfach alles gut ist, ich im Hier und Jetzt und für die Zukunft bin ohne den Klotz des Alten am Bein?
Wißt ihr, was ich meine?
Dienstag, 20. März 2012
Vermelde: Vollzug!
Verzeiht, aber letzte Woche wollte ich ehrlich gesagt erst mal ein paar Tage das Wort "Magisterarbeit" nicht mal denken bzw. Abstand bekommen und ausspannen.
Dank der tatkräftigen Helfer der Korrekturleser in letzter Minute und der noch viel tatkräftigeren Hilfe meiner Eltern beim epischen Kampf mit dem Bindegerät ist die Arbeit doch nicht erst um 23.59h an der Universitätspforte gelandet (wenn man zugegeben auch mehr von "frühem Abend" sprechen konnte, als wir da vorgefahren sind).
Die Arbeit - meine Magisterarbeit, der schriftliche Anteil meiner Abschlußprüfungen (unfaßbar, oder??) - ist tatsächlich abgegeben. Form- und Fristgerecht. Über die Qualität können sich die Geister vermutlich scheiden; zufrieden bin ich nicht, aber andererseits hätte ich unter den Umständen nicht mehr rausholen können, schätze ich. (Andererseits hätt ich es einfach mal ordentlich machen und nicht in zehn Tagen schreiben können, Gründe hin, Ursachen her. Andererseits hab ich nicht damit gerechnet, daß ich wirklich etwas abgebe.)
Weiterhin sehr surreal: Ich soll meine Magisterarbeit abgegeben haben. Ha.
Die Argumentation scheint zumindest schlüssig zu sein (es fiel auf entsprechende Nachfrage der legendäre Satz, vorgetragen im tiefen Brustton überzeugter Empörung: "Richelieu war ein Arschloch."), das ist ja auch etwas, wofür man selbst gerne den Blick verliert, wenn man gedanklich tief in der Arbeit steckt und einem selbst alles ganz schlüssig ist, man selbst weiß doch schließlich ganz genau, was man mit diesem absolut offensichtlich formulierten Wirrwarr gemeint hat. Erstaunlich wie oft man genau das offensichtlich nicht gewußt hat. ^^
Die Quellenanalyse hatte ich nach dreißig Seiten fertig. Allerdings fehlten da noch zwanzig zur Vorgabe des Umfangs. Ihr erkennt das Problem? Den Rest hab ich über Formatierung und Belege meinerwilden Spekulationen Thesen aus der Sekundärliteratur reinzuholen versucht. Am Ende waren es 47 Seiten, was den 10% Toleranz beim 'Richtwert: fünfzig Seiten' in der Prüfungsordnung Genüge getan hat.
Jedenfalls hätt ich gerne noch einen Exkurs zur Staatsräsonlehre im 17. Jahrhundert und ihren Grundlagen allgemein gemacht. Sowie zu Richelieus* Ausbildung bzw. den ihn beeinflussenden Vordenkern und dem Durchblitzen ihrer Wirkung auf ihn im Politischen Testament. Absolut notwendig - in meinen Augen - wäre ein Vergleich der Selbstdarstellung Richelieus im Politischen Testament mit seinen anderen Dokumenten, v.a. natürlich Briefen und anderen Schriften, v.a. den 'Mémoires', gewesen. Ebenso wie eine komparative Nachforschung zur Frage, wie andere Richelieu und seinen Umgang mit ihnen empfunden haben; spannend wäre sicherlich König Louis XIII. gewesen, der besonders ungnädig wegkam. Und...und...und...
Oh Gott, wenn ich darüber nachdenke wird mir wieder ganz schlecht!
Die Bewertung erfolgt in bis zu sechs Wochen.
Oh Gott.
Etwas, wo ich eindeutig geschlampt habe (weiß ich, weil ich da immer schlampe, ist aber - wenn überhaupt - noch nie wirklich schlimm bemängelt worden - aber das waren ja auch noch nie ABSCHLUSSarbeiten), ist der Überblick zum Forschungsstand. Das kann ich schlicht und ergreifend nicht. Werde ich vermutlich auch nie können. Woher soll ich denn schon bitte wissen, welcher Beitrag von welchem Forscher nun wie "instruktiv" war, oder ob meine Bibliographie überhaupt nur vollständig in den wichtigsten Werken ist? Nö, das werde ich wohl nie lernen. Ärgerlich, aber wenn das die einzige Kritik sein sollte...
Erwähnte ich schon, daß ich lieber nicht darüber nachdenken sollte?
Richelieu war jedenfalls ein faszinierender Mann, ambivalent in seiner Misanthropie (er bevorzugte Katzen als Gesellschaft, weil ihm Menschen, ich fasse frei zusammen, schlicht zu blöd waren) und in seinem gleichzeitigem Geschick, Menschen zu beherrschen - Entschuldigung! Ich meinte natürlich: seinen König in dessen Herrschaft zu unterstützen! Ts, wie mir das nur passieren konnte... ;-) Unfaßbar intelligent, interessiert und effizient. Gut, vielleicht ein klein wenig arrogant in der Einschätzung eigener Wichtigkeit für das Überleben Frankreichs. Aber nur ein ganz klein wenig.
Ach, ich fürchte, ich habe einfach ein unbestreitbares Faible für intelligente Misanthropen!
Übrigens konstatierte Günter am Wochenende "Ich kann mir vorstellen, daß Richelieu den König als Amt schätzte, die Monarchie keineswegs unterlaufen wollte, aber die Person Louis' eher mißachtete." Um dieses im Politischen Testament aufzuzeigen, habe ich mehr als eine Seite verbraten. Sagt das was über Günters Bildung aus, welche in der Epoche der Frühen Neuzeit zweifelsohne hoch ist, oder über mangelnde Qualität meiner Arbeit?
Nun warte ich auf das ehrliche (sic! meine Liebe ;-) ) Urteil meiner wunderbaren Martina, die im gleichen Fach beim gleichen Dozenten ihre Magisterarbeit geschrieben hat, mir als Mensch in meinem Leben unglaublich wichtig ist und auf deren fachlichem Wissen ich große Stücke halte.
Ob ich das Urteil der Gutachter wissen will, weiß ich noch nicht. Da bin ich nervös/gespannt/hysterisch/neugierig/...
Oh Gott!
Bevor sich mein Magen umdrehte, wollte ich auch allen denjenigen danken, die die Daumen gedrückt und liebe Ermutigungen geschickt haben!
* Für die Pratchett-Leser unter euch: Richelieu ist übrigens Vetinari. Vetinari ist Richelieu. Ganz eindeutige Quintessenz der Beschäftigung mit dem Politischen Testament! ;-)
Dank der tatkräftigen Helfer der Korrekturleser in letzter Minute und der noch viel tatkräftigeren Hilfe meiner Eltern beim epischen Kampf mit dem Bindegerät ist die Arbeit doch nicht erst um 23.59h an der Universitätspforte gelandet (wenn man zugegeben auch mehr von "frühem Abend" sprechen konnte, als wir da vorgefahren sind).
Tausend Dank an euch!
(Auch wenn ihr es vielleicht nicht mehr hören könnt)
Die Arbeit - meine Magisterarbeit, der schriftliche Anteil meiner Abschlußprüfungen (unfaßbar, oder??) - ist tatsächlich abgegeben. Form- und Fristgerecht. Über die Qualität können sich die Geister vermutlich scheiden; zufrieden bin ich nicht, aber andererseits hätte ich unter den Umständen nicht mehr rausholen können, schätze ich. (Andererseits hätt ich es einfach mal ordentlich machen und nicht in zehn Tagen schreiben können, Gründe hin, Ursachen her. Andererseits hab ich nicht damit gerechnet, daß ich wirklich etwas abgebe.)
Weiterhin sehr surreal: Ich soll meine Magisterarbeit abgegeben haben. Ha.
Die Argumentation scheint zumindest schlüssig zu sein (es fiel auf entsprechende Nachfrage der legendäre Satz, vorgetragen im tiefen Brustton überzeugter Empörung: "Richelieu war ein Arschloch."), das ist ja auch etwas, wofür man selbst gerne den Blick verliert, wenn man gedanklich tief in der Arbeit steckt und einem selbst alles ganz schlüssig ist, man selbst weiß doch schließlich ganz genau, was man mit diesem absolut offensichtlich formulierten Wirrwarr gemeint hat. Erstaunlich wie oft man genau das offensichtlich nicht gewußt hat. ^^
Die Quellenanalyse hatte ich nach dreißig Seiten fertig. Allerdings fehlten da noch zwanzig zur Vorgabe des Umfangs. Ihr erkennt das Problem? Den Rest hab ich über Formatierung und Belege meiner
Jedenfalls hätt ich gerne noch einen Exkurs zur Staatsräsonlehre im 17. Jahrhundert und ihren Grundlagen allgemein gemacht. Sowie zu Richelieus* Ausbildung bzw. den ihn beeinflussenden Vordenkern und dem Durchblitzen ihrer Wirkung auf ihn im Politischen Testament. Absolut notwendig - in meinen Augen - wäre ein Vergleich der Selbstdarstellung Richelieus im Politischen Testament mit seinen anderen Dokumenten, v.a. natürlich Briefen und anderen Schriften, v.a. den 'Mémoires', gewesen. Ebenso wie eine komparative Nachforschung zur Frage, wie andere Richelieu und seinen Umgang mit ihnen empfunden haben; spannend wäre sicherlich König Louis XIII. gewesen, der besonders ungnädig wegkam. Und...und...und...
Oh Gott, wenn ich darüber nachdenke wird mir wieder ganz schlecht!
Die Bewertung erfolgt in bis zu sechs Wochen.
Oh Gott.
Etwas, wo ich eindeutig geschlampt habe (weiß ich, weil ich da immer schlampe, ist aber - wenn überhaupt - noch nie wirklich schlimm bemängelt worden - aber das waren ja auch noch nie ABSCHLUSSarbeiten), ist der Überblick zum Forschungsstand. Das kann ich schlicht und ergreifend nicht. Werde ich vermutlich auch nie können. Woher soll ich denn schon bitte wissen, welcher Beitrag von welchem Forscher nun wie "instruktiv" war, oder ob meine Bibliographie überhaupt nur vollständig in den wichtigsten Werken ist? Nö, das werde ich wohl nie lernen. Ärgerlich, aber wenn das die einzige Kritik sein sollte...
Erwähnte ich schon, daß ich lieber nicht darüber nachdenken sollte?
Richelieu war jedenfalls ein faszinierender Mann, ambivalent in seiner Misanthropie (er bevorzugte Katzen als Gesellschaft, weil ihm Menschen, ich fasse frei zusammen, schlicht zu blöd waren) und in seinem gleichzeitigem Geschick, Menschen zu beherrschen - Entschuldigung! Ich meinte natürlich: seinen König in dessen Herrschaft zu unterstützen! Ts, wie mir das nur passieren konnte... ;-) Unfaßbar intelligent, interessiert und effizient. Gut, vielleicht ein klein wenig arrogant in der Einschätzung eigener Wichtigkeit für das Überleben Frankreichs. Aber nur ein ganz klein wenig.
Ach, ich fürchte, ich habe einfach ein unbestreitbares Faible für intelligente Misanthropen!
Übrigens konstatierte Günter am Wochenende "Ich kann mir vorstellen, daß Richelieu den König als Amt schätzte, die Monarchie keineswegs unterlaufen wollte, aber die Person Louis' eher mißachtete." Um dieses im Politischen Testament aufzuzeigen, habe ich mehr als eine Seite verbraten. Sagt das was über Günters Bildung aus, welche in der Epoche der Frühen Neuzeit zweifelsohne hoch ist, oder über mangelnde Qualität meiner Arbeit?
Nun warte ich auf das ehrliche (sic! meine Liebe ;-) ) Urteil meiner wunderbaren Martina, die im gleichen Fach beim gleichen Dozenten ihre Magisterarbeit geschrieben hat, mir als Mensch in meinem Leben unglaublich wichtig ist und auf deren fachlichem Wissen ich große Stücke halte.
Ob ich das Urteil der Gutachter wissen will, weiß ich noch nicht. Da bin ich nervös/gespannt/hysterisch/neugierig/...
Oh Gott!
Bevor sich mein Magen umdrehte, wollte ich auch allen denjenigen danken, die die Daumen gedrückt und liebe Ermutigungen geschickt haben!
* Für die Pratchett-Leser unter euch: Richelieu ist übrigens Vetinari. Vetinari ist Richelieu. Ganz eindeutige Quintessenz der Beschäftigung mit dem Politischen Testament! ;-)
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