Montag, 26. März 2012

Von ufo-Forscherinnen und Konsequenzen

Nach meinem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung mit Daniel und dem, sagen wir: in Hinsicht auf soziale Fertigkeiten insgesamt wenig rühmlichen Winter habe ich mich auch im Gemeinschaftsthread der Strickerinnen, besagten ufo-Forscherinnen, seltener blicken lassen, alle paar Wochen mal was geschrieben. Die Mädels waren immer wieder lieb und herzlich, aber ganz ehrlich? Ich hätte ein schlechtes Gewissen, mich schon wieder mit einem "Kennt ihr mich noch?" dazwischen zu mogeln; und so würde ich es empfinden, denn es ist eine wunderbare, familiäre Internet-Clique, die ich nicht ständig und immer wieder mit meinem Kram stören und belasten mag.
Klar, sie sind lieb und toll und nett und das Verhältnis zu einigen war auch recht eng bzw. über die Jahre auf dem Weg enger zu werden. Insofern würden sie mich wohl nicht wegjagen ("Wie auch, in einem öffentlichen Forum?", flüstert da die böse Stimme in mir.). Doch gerade weil sie so toll sind, habe ich vor ein paar Wochen aufgehört, mitzulesen; ich kam mir vor wie ein Voyeur.
Insofern: Fühlt euch also von Herzen gegrüßt, meine Damen! Ich denk an euch. ;-)

Was ich eigentlich sagen wollte:
In der Re-Sortierung dessen, was man so Leben nennt, mußte ich festellen, daß mir einiges immer weiter nachhängen wird: Verlorene Zeit im Studium, z.B..
Oder die Erkenntnis, daß ich mich im Westen des Tals heimisch fühle und mit der Zeit gerne wieder dahin mag (wenn auch nicht zurück in mein altes Leben).
Oder eben, daß ich Menschen ausgesperrt habe (ohne es näher auszudifferenzieren), die mir nun unglaublich fehlen - da denke ich in letzter Zeit auch sehr viel an meinen besten Ortsvereinsvorsitzenden und seine bessere Hälfte! -, wo ich aber weiß, daß es fairer und besser ist, ich bleibe weiter fern.
Und viele Kleinigkeiten, die aufzuzählen müßig wäre.

Manchmal frage ich mich, ob es je gut sein wird?
Ich mein, sicher, mir geht es wesentlich besser. Klinik wäre heute kein Thema mehr. Ich habe meine Magisterarbeit geschrieben und abgegeben. Trotz allem haben sich auch Menschen in meinem Leben festgekrallt, die mir unglaublich viel bedeuten.
Trotzdem habe ich Sorge, daß es mir wieder schlechter gehen wird. Daß alte Verhaltensmuster wieder getriggert werden. Daß ich die "Spätfolgen" nie loswerde und nie das sorgenfreie, unbeschwerte Leben habe, das andere allem Anschein nach leben. Ohne Altlasten und ohne an Verlust erinnert zu werden.
Das klingt jetzt wahrscheinlich schlimmer als es ist. Mir geht es gut. Ich stelle mir momentan nur vermehrt die Frage, ob mich der Rest ewig verfolgen wird und ich mir die Chance auf freies Leben gründlich verbaut habe oder ob es irgendwann, vielleicht ganz plötzlich, vielleicht schleichend und ohne daß ich es merke - wie bei einem Schmerz, der verklungen ist - einfach alles gut ist, ich im Hier und Jetzt und für die Zukunft bin ohne den Klotz des Alten am Bein?
Wißt ihr, was ich meine?

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Guten Morgen Liebes,

ich weiß sehr gut, was genau du meinst. Aus eigener Erfahrung kann ich dir aber sagen "weitermachen mit dem guten Gefühl", irgendwann werden die schlechten Phasen kürzer, ganz weg sind sie nie, aber sie werden so kurz, dass es kaum noch relevant ist.

Und dass mit der Klinik kann ich auch sehr gut nachvollziehen, das hilft nicht in allen Fällen, manchmal muss man einfach "weiterleben" um wieder auf die Beine zu kommen! :-)

Fühl dich gedrückt und lieb gehabt!

 
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