Ich geb zu: Die Frage hätte von mir stammen können. Irgendwie tut sie es wohl auch.
Warum veröffentliche ich Bilder, wenn ich doch gerade erst am Anfang stehe?
Weil ich es kann? Weil ich auf das ein oder andere am Ende vielleicht doch ein wenig stolz oder zumindest zufrieden mit dem Ergebnis bin? Weil ich lernen will, wie es besser geht? Weil ich vielleicht irgendwann einige ausdrucken lassen mag (Fotoalben... Historiker sind so old school...) und so lerne, Auswahl zu treffen? Weil ich selber einen - idealiter einsetzenden - Fortschritt verfolgen will? Weil ich etwas, das ich für mich entdecke, mit denen teilen will, die es mir ermöglicht haben?
Irgendwie trifft alles zu.
Natürlich werde ich meinem selbst gesetzten Anspruch nicht gerecht. Wie auch? Bin ja weder ein gelernter Profi-Fotograf noch ein hochbegabter Amateur mit bekannt brillanter Kreativität und dem Auge für den perfekten Schuss. Und vielleicht - neben all der Egomanie eines Blogs überhaupt und der Präsentation eigener Werke im speziellen - hebel ich genau diesen "weil es nicht perfekt ist, ist es nie gut genug und gehört in eine Keller-Kiste gesperrt"-Gedankenzirkus aus. Nur, um einen metaphysisch wertvolleren Anspruch formuliert zu haben.
Aber am Ende läuft es darauf hinaus, daß mir das Fotografieren Spaß macht und ich es gerade sehr gern für mich entdecke. Wer weiß? Vielleicht poste ich nun für ein paar Tage mal Bilder und dann nie wieder was? Vielleicht aber auch werden all meine perfiden Intentionen befriedigt und ich poste noch viel mehr. ;-)
Samstag, 9. Februar 2013
Freitag, 8. Februar 2013
Experiment: Friedhof
Meine Affinität zu Blut, Tod und Verderben im weitesten Sinne ist hinlänglich bekannt, daß ich recht schnell auf einem Friedhof landen würde also wenig überraschend.
Zufrieden bin ich mit den Bildern aber so gar nicht. Die ruhige Ästhetik von Verfall und Vergänglichkeit einzufangen wollte mir nicht so recht gelingen; memento mori als Motivkomplex würd ich aber sehr gerne weiter erkunden. Nächstes Mal also ein optisch spannenderer Friedhof, mehr Übung mit der Kamera und im Sommer nehmen mich die Jungs dann mit auf eine ihrer Ruinentouren.
Für den Moment: Bilder bestenfalls ludistischen Charakters:
.
Mittwoch, 6. Februar 2013
Emil
Unvermeidlich bei Tierbesitzern mit neuer Kamera: Es wird das am wenigsten wehrhafte Motiv in seiner begrenzten Fluchtmöglichkeit, Futterabhängigkeit und, natürlich, seinem bezaubernden Aussehen schamlos ausgenutzt. Außerdem ist Emil seit fast genau einem Jahr und zwei Wochen hier, was eigentlich mindestens auch ein Anlaß und Ausrede ist.
Darüber hinaus entschuldige ich mich für die Erfüllung dieses Klischees.
(Woher kommt das Bildrauschen? Wie vermeid ich das?)
Tiefe Tragik des Katerdaseins: Er darf nicht mit der Kamera spielen. Nicht mal mit den Trageriemen, die so lustig baumeln.
Darüber hinaus entschuldige ich mich für die Erfüllung dieses Klischees.
(Woher kommt das Bildrauschen? Wie vermeid ich das?)
Tiefe Tragik des Katerdaseins: Er darf nicht mit der Kamera spielen. Nicht mal mit den Trageriemen, die so lustig baumeln.
Meine feine, kleine Nikon und ich entdecken die Welt.
Zu Weihnachten lag eine wunderbare, feine, kleine, rote Nikon Coolpix L120 unterm Baum.
Ich argwöhne, der subtile Hinweis meiner Familie lautete, daß sie nicht
mehr gewillt sind, mir ständig für irgendwelchen Kleinkram - oder dann
doch nicht umgesetzte Ideen - ihre Kamera zu leihen. ;-)
Nun
entdecken meine feine, kleine Nikon und ich die Welt. Das heißt, im
Moment befinden wir uns noch im Stadium, in dem ich eine voll tolle Idee
habe - und sie ein voll anderes Bild macht. Gut, eigentlich ist es die
Kombination aus mangelnder Erfahrung, strittiger Kreativität und
selbstkritischem Perfektionismus.
Jedenfalls entdecken wir die Welt, freunden uns an und lernen, welche Art Bilder wir machen mögen.
Auf dem Weg dieses Lernprozesses fotografierten wir zeitweise wüst alles...
...Weihnachtsdeko
...Winterblüten
...eigene Tiere
...fremde Tiere
...Getränke
...Wolle
Es hilft ungemein, wenn das Motiv stillhält.
Schwarzweiß ist ganz oft viel großartiger als bunt.
Das macht Spaß.
Samstag, 19. Januar 2013
Karneval rockt gar nicht.
Meine Chefin hat mir gestern abend avisiert, daß wir glückseligen Catering-Geister uns an Karneval verkleiden müssen. Hallo?? Entschuldigung, ich will das so nicht?
Arbeiten an Karneval? Kein Ding. Echt nicht. Ich feier eh nicht und mit frischem Bier versorgte Besoffene von meiner Theke wegdirigieren werd ich schon hinbekommen. - Aber in "ich feier eh nicht" liegt der Hund begraben: Ich besitze nicht ein einziges Kostüm. Oder Dinge, die sich als Kostüm verkaufen lassen. Karneval ist doof, weil laut, künstlich, nicht-schön-pseudo-ekstatisch und vor allem: verkleidet.
Mein zaghafter Versuch "Hey, gilt "Gothic" als Verkleidung?" wurde mit einem "Ausgehoutfits gelten nicht. Ich will ein Karnevalskostüm sehen." gnadenlos abgeschmettert. Pffh. Die wissen doch gar nicht, wie ich sonst rausgehe. Und überhaupt: So wie kurz vorher an dem Abend über die Gothic-Nachbarstochter gelästert wurde, fand ich die Idee als offenbar normabweichend brilliant. Schwarze Dinge besitze ich.
Gut, ein neuer Plan muß her.
Vorgaben: billig (wir bekommen die Kosten natürlich nicht erstattet, mit meiner Kostümlosigkeit gelte ich als Einzelschicksal, irgendwas hätte doch jeder rumliegen; und finanziell passen 20€ für ein Kostüm, mit denen ich schon rechne, gar nicht in meine Planung) und Theken-geeignet (also weder zu kurz noch so hell oder dünn, so daß es beim Spülen spätestens in die Versuchung einer ungewollten, unangemessenen Transparenz geraten würde).
Erste Idee: Bardame. Ich will eine Bardame und mit mir selbst wetten, ob jemand die, zugegeben, wenig subtile Ironie entdeckt. Erste Niederlage: Bardame gibt's, aber selbst die häßlichen, billigen Fetzen kosten mehr als ich auszugeben gewillt bin.
Zweite Idee: Charleston. Ist noch in der Schwebe, hab ein Kostüm auf ebay gesehen, daß auch günstig genug für einmal-zur-Arbeit-tragen ist. So richtig überzeugt bin ich jedoch noch nicht. (Wobei das womöglich am Konzept "Kostüm" grundsätzlich liegen mag.) Das wäre dann, wenig einfallsreich, Fransenkleid, irgendwas-was-Modeschmuckläden-haben-Federkopfschmuck, Perlenkette, Netzstrümpfe. Langweilig. Stelle ich fest, je mehr ich drüber nachdenke.
Dritte Idee: Cheshire Cat. Paßt vielleicht besser zu mir - nicht, weil es rosa und lila wäre (Gottbewahre!), aber weil wieder keiner verstehen würde, was ich mitteile (sowohl in der "Als was gehst du denn?"-Ebene als auch in der "würde mir gerade wünschen wie die Grinsekatze verschwinden zu können"-Ebene). Außerdem ist es zumindest etwas, bei dem ich nahezu sicher bin, kein zweites an dem Abend zu sehen. Ja, auch ich habe meinen Stolz - und wenn er sich an der Stelle auch nur darin erschöpfen mag, wenigstens individuell albern zu sein ;-) Der weitergehende Plan hier wäre ein lila Rock, ein lila-rosa Oberteil, Strumpfhose (Farbe ungeklärt, auf das übliche Schwarz werd ich hier wohl verzichten und schauen, ob es eher kräftiges rosa oder eher dunkles lila wird, mach ich vom noch zu findenden Rock abhängig), das Grinsen der Grinsekatze als große Brosche oder als Aufmalerei auf dem Oberteil.
Die erste Idee war also schon nach Ablauf von weniger als zwei Stunden wieder raus.
Die zweite Idee ist noch drin, aber so ein wenig "hm". Außerdem verliere ich in Rüschen und Fransen sichtbar quasi umgehend beim Anziehen meine Würde. Andererseits geht es darum doch beim Verkleiden, oder?
Die dritte Idee gefällt mir noch am besten. Vielleicht auch nur, weil sie mich noch nicht gelangweilt hat, schließlich muß ich mir hier Rock und Oberteil selber zusammensuchen.
Meinungen? Vorschläge?
Nach welchen Kriterien wählt man überhaupt ein Kostüum aus? Gibt es da geheime Regeln, an die man sich halten sollte, wenn man sich nicht bar von Anstand und Norm gebärden will? Alter? Kontext? Erklärt mir bitte kurz jemand, die Regeln von Karnevalskostümen?
Gott, Karneval rockt gar nicht. (Versteht mich nicht falsch: Die Veranstaltung wird bestimmt lustig und vor allem weiß ich ja, daß ich den Job echt richtig gerne mache und mit maximaler Wahrscheinlichkeit Spaß haben werde. Nur eben nicht verkleidet. Da ist meine magentafarbene Arbeitsbluse schon würd-ich-sonst-nicht-anziehen-Farbe genug.)
PS: Krankmelden/Urlaub nehmen/von Aliens entführt werden ist nicht - weder wäre es in kurzfristiger Variante den Kollegen gegenüber nett noch würde ich den Abend dann bezahlt bekommen.
Arbeiten an Karneval? Kein Ding. Echt nicht. Ich feier eh nicht und mit frischem Bier versorgte Besoffene von meiner Theke wegdirigieren werd ich schon hinbekommen. - Aber in "ich feier eh nicht" liegt der Hund begraben: Ich besitze nicht ein einziges Kostüm. Oder Dinge, die sich als Kostüm verkaufen lassen. Karneval ist doof, weil laut, künstlich, nicht-schön-pseudo-ekstatisch und vor allem: verkleidet.
Mein zaghafter Versuch "Hey, gilt "Gothic" als Verkleidung?" wurde mit einem "Ausgehoutfits gelten nicht. Ich will ein Karnevalskostüm sehen." gnadenlos abgeschmettert. Pffh. Die wissen doch gar nicht, wie ich sonst rausgehe. Und überhaupt: So wie kurz vorher an dem Abend über die Gothic-Nachbarstochter gelästert wurde, fand ich die Idee als offenbar normabweichend brilliant. Schwarze Dinge besitze ich.
Gut, ein neuer Plan muß her.
Vorgaben: billig (wir bekommen die Kosten natürlich nicht erstattet, mit meiner Kostümlosigkeit gelte ich als Einzelschicksal, irgendwas hätte doch jeder rumliegen; und finanziell passen 20€ für ein Kostüm, mit denen ich schon rechne, gar nicht in meine Planung) und Theken-geeignet (also weder zu kurz noch so hell oder dünn, so daß es beim Spülen spätestens in die Versuchung einer ungewollten, unangemessenen Transparenz geraten würde).
Erste Idee: Bardame. Ich will eine Bardame und mit mir selbst wetten, ob jemand die, zugegeben, wenig subtile Ironie entdeckt. Erste Niederlage: Bardame gibt's, aber selbst die häßlichen, billigen Fetzen kosten mehr als ich auszugeben gewillt bin.
Zweite Idee: Charleston. Ist noch in der Schwebe, hab ein Kostüm auf ebay gesehen, daß auch günstig genug für einmal-zur-Arbeit-tragen ist. So richtig überzeugt bin ich jedoch noch nicht. (Wobei das womöglich am Konzept "Kostüm" grundsätzlich liegen mag.) Das wäre dann, wenig einfallsreich, Fransenkleid, irgendwas-was-Modeschmuckläden-haben-Federkopfschmuck, Perlenkette, Netzstrümpfe. Langweilig. Stelle ich fest, je mehr ich drüber nachdenke.
Dritte Idee: Cheshire Cat. Paßt vielleicht besser zu mir - nicht, weil es rosa und lila wäre (Gottbewahre!), aber weil wieder keiner verstehen würde, was ich mitteile (sowohl in der "Als was gehst du denn?"-Ebene als auch in der "würde mir gerade wünschen wie die Grinsekatze verschwinden zu können"-Ebene). Außerdem ist es zumindest etwas, bei dem ich nahezu sicher bin, kein zweites an dem Abend zu sehen. Ja, auch ich habe meinen Stolz - und wenn er sich an der Stelle auch nur darin erschöpfen mag, wenigstens individuell albern zu sein ;-) Der weitergehende Plan hier wäre ein lila Rock, ein lila-rosa Oberteil, Strumpfhose (Farbe ungeklärt, auf das übliche Schwarz werd ich hier wohl verzichten und schauen, ob es eher kräftiges rosa oder eher dunkles lila wird, mach ich vom noch zu findenden Rock abhängig), das Grinsen der Grinsekatze als große Brosche oder als Aufmalerei auf dem Oberteil.
Die erste Idee war also schon nach Ablauf von weniger als zwei Stunden wieder raus.
Die zweite Idee ist noch drin, aber so ein wenig "hm". Außerdem verliere ich in Rüschen und Fransen sichtbar quasi umgehend beim Anziehen meine Würde. Andererseits geht es darum doch beim Verkleiden, oder?
Die dritte Idee gefällt mir noch am besten. Vielleicht auch nur, weil sie mich noch nicht gelangweilt hat, schließlich muß ich mir hier Rock und Oberteil selber zusammensuchen.
Meinungen? Vorschläge?
Nach welchen Kriterien wählt man überhaupt ein Kostüum aus? Gibt es da geheime Regeln, an die man sich halten sollte, wenn man sich nicht bar von Anstand und Norm gebärden will? Alter? Kontext? Erklärt mir bitte kurz jemand, die Regeln von Karnevalskostümen?
Gott, Karneval rockt gar nicht. (Versteht mich nicht falsch: Die Veranstaltung wird bestimmt lustig und vor allem weiß ich ja, daß ich den Job echt richtig gerne mache und mit maximaler Wahrscheinlichkeit Spaß haben werde. Nur eben nicht verkleidet. Da ist meine magentafarbene Arbeitsbluse schon würd-ich-sonst-nicht-anziehen-Farbe genug.)
PS: Krankmelden/Urlaub nehmen/von Aliens entführt werden ist nicht - weder wäre es in kurzfristiger Variante den Kollegen gegenüber nett noch würde ich den Abend dann bezahlt bekommen.
Samstag, 22. Dezember 2012
Gut, danke der Nachfrage.
Was will Facebook mir mit dem veränderten Statusfenster sagen? Findet es, jemand sollte sich um mich kümmern? Wirkt mein Seelenleben verkümmert? Schweige ich ihm zu sehr? (Letzteres könnte gut hinkommen.)
Nett, daß Facebook diese Aura der Nächstenliebe, der Fürsorge für das Gegenüber versprüht, so kurz vor Weihnachten. Andererseits dürfte es doch ganz alleine auf die Antwort kommen, weiß Facebook/Google/das böse Internetz als solches doch ohnehin alles über mich. ;-)
Liebes Facebook, ich werde mir nun einen gediegenen Abend vor der neuen Staffel "American Horror Story" machen, dabei Rum-Cola trinken und erst einen Brief beantworten, dann stricken. Wenn du reden willst, weißt du ja wo du mich findest.
Nett, daß Facebook diese Aura der Nächstenliebe, der Fürsorge für das Gegenüber versprüht, so kurz vor Weihnachten. Andererseits dürfte es doch ganz alleine auf die Antwort kommen, weiß Facebook/Google/das böse Internetz als solches doch ohnehin alles über mich. ;-)
Liebes Facebook, ich werde mir nun einen gediegenen Abend vor der neuen Staffel "American Horror Story" machen, dabei Rum-Cola trinken und erst einen Brief beantworten, dann stricken. Wenn du reden willst, weißt du ja wo du mich findest.
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