Donnerstag, 10. Mai 2012

(untitled)

Freunde sind putzig, irgendwie. Manchmal aber auch ein wenig nervig. Und das im gleichen Moment - die sind gut, nicht wahr?
Was sie getan haben, um sich diese Ambivalenz zu verdienen? Der Klassiker in Mädchenrunden: "Wird er anrufen?" (D.h. in Zeiten breitgefächerter moderner Kommunikation kann man es getrost zu "Wird er sich melden?" umformulieren, schätz ich.)

Auf der einen Seite ist es unglaublich putzig, wie sie gegenseitig unerschütterlichen Glaubens propagieren, daß er sich melden wird, melden muß - schließlich ist die andere so unwiderstehlich, wie könnte er es da ausschlagen?
Auf der anderen Seite sind es die gleichen Damen, die betont beiläufig nachfragen, ob er sich denn schon gemeldet hat.
Dennoch gibt es signifikante Unterschiede in der Damenwelt zu beobachten:


Exemplar 1:
Ab hier gibt es für sie dann zwei Optionen: Schimpfen wie ein Rohrpatz ("Warum denn nicht?! Idiot." - als wüßte man das, ist ja nicht so als ob 'er' eine Entschuldigungsmail schickt) oder ermutigen ("Der meldet sich schon noch." - unabhängig davon, ob man selber Mut verloren oder überhaupt längerfristiges Interesse an 'ihm' hat). Es ist faszinierend, wie gleichmütig dieses Muster abgespult wird - geht es euch mit euren Mädels auch so?
Fairerweise muß ich gestehen, daß sich die Auswahl meiner Freundinnen für den Vergleichswert auf ein Minimum beschränkt und diese extremen Klischee-Verhaltensmuster eigentlich besonders von der einen abgeliefert werden. Die wiederum ist im Moment auch sehr fixiert auf Männer (oder liegt es an mir und es ist für weibliche Singles Ende Zwanzig normal, einen Ärztekongress als Männerfangstation aufzusuchen?! Ich hoffe doch nicht!)
Hinterläßt einen mit dem kuriosen Bedürfnis nach männlichen Freunden, die ungleich unkomplizierter - und viiiiel weniger anstrengend - sind.


Exemplar 2:
Weiß einfach so, was Sache ist, ohne explizit fragen zu müssen. Ist so vertraut, daß sie ohne unnötigen Kommentar im richtigen Moment den Kühlschrank öffnet und starken Alkohol ausschenkt, bevor man den Mund öffnen konnte.
Kann die Klischees bedienen, hat es aber nicht nötig; schließlich kennt sie die "dunkle Seite der Macht" und weist schonungslos auf deren auf der Hand liegenden Vorteile hin.
Dieses Exemplar wäre im übrigen meine persönliche Wahl, wenn ich nachts von einer Nachricht aufgeschreckt werden und platzen würde, wenn ich nicht sofort und umgehend irgendjemandem davon erzähle.


Gibt es Anlaß für diese "sozialen Betrachtungen"?
Natürlich (wenn auch nicht in tatsächlicher Relevanz Na gut, ich gestehe: Primär wollte ich was verlauten lassen (für einen das-passiert-gerade-relevantes-Post fehlt mir jedoch gerade schlicht die Zeit, den lasse ich die Tage folgen bzw. werde versuchen, es hinzubekommen) und meine Ohrwürmer mit euch teilen. ;-) ), normalerweise vergleiche ich die Mädels nicht. Weiß doch auch so sehr genau, was ich an ihnen (und den ungenannten) habe!
Es fiel mir in den letzten Tagen einfach nur geballt auf,wie unterschiedlich sie sind.


Gibt es eigene Ambivalenzen in der Frage?
Jein. Vor allem gibt es Skepsis, durchbrochen von gelegentlichen Anflügen irrationaler Albernheiten.



Der musikalische Beitrag zur Identifikation mit dem Thema:

Bloodflowerz: Anthem for a Stranger

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