Nun denn. Heiligabend. Offensichtlich.
Weihnachten war für mich immer wichtig. Allerdings nicht so sehr, wie man vielleicht meinen könnte, als Kirchenfest, sondern weil es für mich die absolute Figuration von heimeliger Gemeinschaft ist. Von eigenen Familientraditionen, die auch Zugehörigkeit und Abgrenzung dieser Klein-Herde vom ganzen Rest der Welt symbolisieren.
Als Kind haben wir Heiligabend morgens mit der ganzen Familie den Baum geschmückt, sind am ganz frühen Nachmittag mit unserem Vater in den neuesten Disney-Zeichentrickfilm gegangen, danach mit Mutter in den Familiengottesdienst (der jeweils andere Elternteil hat "auf das im Backofen schmorende Abendessen aufgepaßt"), bis zur Bescherung um 18h haben wir in der Küche zusammen Brettspiele gespielt. Der erste Weihnachtsfeiertag war dann das Treffen der ganzen Familie.
Als ich mit Daniel zusammengezogen bin, haben wir unsere Weihnachtstraditionen etabliert: Morgens gemeinsam den Baum schmücken, den er uns nur besorgt hat, weil es mir was bedeutet; nachmittags gemeinsam kochen - Kohlrabisüppchen, Schweinebraten mit Senfkruste dazu Kartoffeln, Möhren und Blumenkohl, Mousse au chocolat, Rinderherz für Sina -; zusammen essen, dazu ein Glas Baileys; ab 20h haben wir in den ersten Jahren das Jugendzentrum für die Einsamen und/oder Familienfestflüchtigen unserer 'Kiddings' (die Jugendlichen) geöffnet und in den letzten Jahren dann die Abende stattdessen bei der Freiwilligen Feuerwehr mit Freunden, selbstgebackenen Keksen und Roberts Glühwein verbracht. Am ersten Weihnachtstag standen erst Frühstück und Mittagessen mit seinen Eltern, dann Kaffee und Kuchen und Abendessen mit meinen Eltern an.
Und dieses Jahr?
Gefühlt fällt Weihnachten aus.
Nicht, daß ich mich nicht freuen werde, meine Familie zu sehen! Aber das Geschenk für meinen Bruder ist noch nicht eingetroffen, was mich schon massiv ärgert. Und es ist irgendwie doch etwas ganz anderes, auch, wenn ich es nicht richtig erklären kann.
Denn vor allem sitz ich hier alleine in der Magisterklause rum. Keine Herde, keine Anbindung. Nicht in dem Sinne zumindest.
Und auch, wenn es viele nicht glauben wollten und mich deshalb aus Mitleid eingeladen haben: Es macht wirklich keinen Unterschied, ob ich am 20. oder am 24. alleine rumsitze!
Allenfalls sind damit einhergehende Anwandlungen von Einsamkeit heute kurzzeitig präsenter. Zum ersten Mal seit einiger Zeit nämlich auch wieder der Verlust: Kein Star Wars, kein um den Baum und das Geschenkpapier streichendes Mauselmiez, keine freundschaftlichen Treffen.
Wie gesagt: Gefühlt fällt Weihnachten aus. Es ist ein bißchen wie von einem anderen Stern sein und mit den Gepflogenheiten der Einheimischen nix anfangen können.
Ich wünsch euch trotzdem ein frohes Fest und schöne Tage mit euren Lieben! =)
Samstag, 24. Dezember 2011
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