Donnerstag, 19. Juli 2012

Stellensuche

Jetzt echt mal:
Da entlässt einen die Alma Mater in die freie Welt (na gut, streng genommen hab ich noch eine Prüfung, aber im Prinzip muß ich mich auf die eisige Wirklichkeit da draußen einstellen), man steht - metaphorisch gesprochen - an den lichten Toren zur weiten Welt fern des Elfenbeinturms, voll des Tatendrangs und der Neugier....
.... und keiner will einen.

Stellenanzeigen sollten mit dem Warnwort "Kann zu ernsthaften Gefühlen der Unfähigkeit und Ungewolltheit führen!" versehen werden. Ist zumindest mein Eindruck.
 Es gibt Stellen, sogar für Historiker. Dummerweise steht in den allermeisten Fällen "W2-Professur" davor. Und für was bin ich nicht qualifiziert? Riiichtig. Hmpf. Bin ja nicht mal Doktor. Was dann das nächste, große Ausschlußkriterium ist: "(überdurchschnittliche) Promotion vorausgesetzt".
Aber, hier kommt zugleich die Unfähigkeit ins Spiel: Ich hab nicht zig mögliche Promotionsthemen in der Schublade lauern und bin auch nicht in der Lage, spontan ein passendes für die Stelle zu entwerfen. Muß man das so können? Wie macht man das denn überhaupt? Zu Hülf! 

Jaja, man schreibt nicht eine Bewerbung und sofort ist alles gut. Das weiß ich doch. Erwarte ich auch gar nicht. Ernsthaft nicht! Ich fühle mich nur so klein und unwissend, wenn ich die Anforderungen in den Stellenanzeigen lese. ;-)
Egal! Heute hab ich echt gute Ausbeute gemacht: 11 Stellen, auf die ich mich bewerben werde (und nur bei dreien davon stelle ich mich doof - Beispiel gefällig? "Oh, achso, ich sollte mich exzellent in den Sammlungen der  Stiftung Weimar auskennen? Hm, na so ein Pech." - "Lehrveranstaltungen halten? Hm, nun ja, nö hab ich noch nicht gemacht, aber irgendwann fangen alle mal an?") und vielleicht ist ja auch eine dabei, die mich will? (Keep your fingers crossed for: Hamburg!)
Und in den nächsten Tagen überlege ich mir, wie ich a) schnell und gründlich wieder mein Französisch auffrische, b) wie das mit den Entwürfen von Dissertationsthemen eigentlich geht und c) lerne vor allem für die letzte Prüfung.

Merkwürdige Phase, dieses Studium-zu-Ende. Sehr surreal, weiterhin.


PS: Darf ich wieder in den Elfenbeinturm zurück? Hab's mir überlegt. Draußen ist für andere. *verlegen auf die Fußspitze starr*

Freitag, 29. Juni 2012

Friedas Wort der Woche

Unlängst entdeckt auf Frieda Werkstattladen: Das Wort der Woche.
Jede Woche postet die 'Designerin' (eine Frage, die mich ganz allgemein umtreibt: Wo hört Bastelwut auf und wo fängt professionelles Design an?) hier ein Wort oder eine Phrase, die zu ihren liebsten gehört oder die ihr aus anderen Gründen aufgefallen ist. Find ich eine charmante Idee, erinnert es einen doch manchmal an fast vergessene Begriffe oder bringt einem ganz neue bei - Rotbauchfliegenschnapper! -; gibt mir das berückende Gefühl, nicht alleine ein Wort-Nerd zu sein, der einen Hang zu unüblichem Sprachgebrauch hat; gilt es mir ohnehin immer begrüßenswert, wenn Aufmerksamkeit auf Sprache gelenkt wird.

Samstag, 23. Juni 2012

Der Kollege liest. Ich stricke. Kein Kunde stört die einvernehmliche Ruhe.


Samstag, 19. Mai 2012

Lernpause

Heute nach einem schön verbrachten Tag durchaus reizvolle Lernumgebung gehabt


Freitag, 18. Mai 2012

Jajajajajajaja!


Ich hab meine Magisterarbeit bestanden!!!

Erfahren hab ich es am Mittwoch bereits telefonisch vom nach langen Warten doch noch angerufenem Prüfungsamt (Frau Hovestadt ist, was ich schon häufiger feststellen durfte, überhaupt eine überaus nette, motivierte Mitarbeiterin, nur um das mal kurz in die Welt posaunt zu haben) und einige wußten es auch schon sofort, aber so ganz groß bzw. offiziell wollt ich es dann doch erst machen, wenn der Schrieb da ist. Das Bestehen war ja schon bedingt glaubwürdig, aber die Note? Never ever konnte sie das ernstgemeint haben.
Bekanntermaßen habe ich euch nicht geglaubt (hiermit leiste ich Abbitte) und bin fest davon ausgegangen, nur knapp zu bestehen bzw. mit 4,0/4,3 für "formal richtig abgegeben". Aber 2,3? Wie geil ist das denn bitte!
Damit habe ich übrigens auch - schriftlich zumindest - das mir vor Jahren zu Beginn meines Studiums selbst gestecktes Minimalziel - eine 2 vor dem Komma - erreicht. Zwar die schlechtest mögliche 2, aber eine 2!

Ich bin schriftlich durch! Bestanden!!! 2,3!!!


Oh Gott, nur noch zehn Wochen für die mündlichen.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Argh!

Ich hasse, hasse, hasse diesen Monat!
Das was ihr da seht war die geliebte Still Light Tunic, die mir mal übern halben Oberschenkel ging - und Emil ist zwar ein ganzes Stück gewachsen, aber so viel dann doch nicht.
Nein, die Wolle dieses meines ersten Großprojekts, daß ich mit Begeisterung und Hingabe und viel Wohlfühlen getragen habe, hat sich bei der vierten Wäsche zu gleichen Konditionen spontan fürs totale Verfilzen entschieden. Jetzt ist es ein steifes, bauchfreies Shirt. Wenn ich denn noch reinpassen würde.

Ich hasse, hasse, hasse diesen Monat! - 2012, wir müssen reden. Dringend. Es war abgemacht, daß du rockst und großartig wirst, aber der Mai geht echt gar nicht klar!


Sonntag, 13. Mai 2012

Metamorphosenbedarf

Nein, die Trennung macht mir als solche nichts mehr aus. Was mir durchaus etwas ausmacht ist, daß unsere ehemals gemeinsamen Freunde mich ebenfalls gegen 'die Neue' getauscht haben.
Es sind Menschen dabei, bei denen ich mir über Jahre Mühe gegeben habe, daß ihr Kontakt mit meinem Ex, ihrem so guten Freund mit dem sie sich aus irgendeinem mir unbekannten Grund ordentlich zerkracht hatten, wieder in Gang kommt, weil es beiden Parteien offenbar was bedeutet hat. (Aus diversen Gründen ist das auch der Mensch, bei dem es mich mit am meisten schmerzt, mag ich sie doch wirklich gerne.) Es sind aber natürlich auch Menschen dabei, wo es abzusehen war. Und an anderen bin ich alleine schuld.
Mir fehlen diese Menschen um ihrer selbst willen unglaublich. 

Selbst ich in meiner grenzenlosen Naivität und sozialen Unfähigkeit habe davon gehört, daß Freundeskreise bei Trennungen aufgeteilt werden. Aber ich dachte doch glatt, daß es mit etwas mehr Ehrlichkeit vonstatten gehen würde. Und nicht mit einem beständigen Vertrösten und so tun als ob.

Aber paßt vermutlich ganz gut zusammen: Mein Ex geruht nämlich auch nur öffentlichkeitswirksam bzw. unterstützend für seinen Ruf als Gut-Mensch mit mir zu reden.
Meine Freunde - die, die ich mit Fug und Recht dafür halte - haben mir in den letzten Wochen auch immer wieder zu verstehen gegeben, daß es ihnen eigentlich fast egal scheint, was mit mir ist. Ein Beispiel? "Oh, ich bin so vergesslich, du weißt doch, daß du mich erinnern mußt." Am Arsch! Ich weiß vor allem, daß sie nicht vergesslich ist. Nur ehrlich in ihrer Gedankenlosigkeit. Auf Dauer ganz schön zermürbend sind die Anflüge anderer, mir zu sagen, ich sähe aus wie ein Maulwurf, wäre langweilig und komisch, mich beständig zu fragen, warum ich denn noch nix vom Prüfungsamt gehört habe (ja, was weiß ich denn??) und es im übrigen auch keinen neuen Mann bei mir gibt.
Wie schon mal gesagt: Es ist nicht so als würde ich nicht merken, wenn man aus Gründen gesellschaftlicher Erforderlichkeit unehrlich ist und mir einreden will, ich wäre toll. Außer der Realität spricht die Inkonsequenz der Sprecher nämlich überdies dagegen. ;-)


Vielleicht sind es einfach nur zu viele Verletzungen in den letzten Tagen? Und doch... Es muß wohl an mir liegen; die anderen sind nun mal die Mehrheit und es kann somit nicht nur an ihnen liegen. Wäre schön, wenn es denn dann mal einer ehrlich sagen würde. So kann ich nur raten, was ich alles falsch mache und das macht es erfahrungsgemäß nur noch schlimmer. 
Ich weiß, daß ich nicht perfekt oder auch nur so gut wie andere bin. Aber ich gebe mir doch Mühe. Sollte es dann nicht an irgendeinem Punkt besser werden? Ja, ich weiß: Von Mühe geben hat noch keiner Erfolg gehabt. Perfektion ist nicht der Vorgang, sondern allein das Ergebnis.




Eigentlich will ich doch auch nur ernst genommen und gemocht werden.
Wenn ich bloß wüßte, was dafür erforderlich ist.
 
Counter