Samstag, 25. Februar 2012
Pausenfüller
Beim Werkeln an den Zusammenfassungen der Quellennotizen hör ich Musik. Dabei hab ich folgendes entdeckt (es ist neue Musik, die mir ein Freund mal mitgebracht hatte, 'entdeckt' ist somit wirklich angebracht):
Dark Suns - The Euphoric Sense
Das erinnerte mich spontan und die ganzen fünf Minuten lang an diesen überaus großartigen Film, der besten, unterhaltsamsten, opulentesten Kritik des Schönheits- und körperlichen Perfektionierungswahn, die mir je untergekommen ist:
Repo! The genetic Opera
Wollte ich nur mal so mitteilen. Und nun kehre ich zurück zum Kardinalminister, seiner faszinierenden Ambivalenz, Monsieur Richelieu. Auf bald, meine Lieben!
Freitag, 17. Februar 2012
Donnerstag, 16. Februar 2012
Update
Also, was gibt es neues? Eigentlich viel, alles und nix.
Meine Therapeutin hat etwas anderes probiert - EMDR, falls euch das was sagt - und bäm! Da war der Durchbruch. Es ist großartig! Mir geht es gut! Ich hab doch gesagt, ich bin überzeugt, irgendwo ist ein Knopf, der alles sehr viel besser zaubert. ;-) Nein, im Ernst, es hat etwas großes gelöst und nach ein paar Sitzungen mit EMDR geht es mir richtig gut. Stabil zudem. Klar, es gibt suboptimale Momente, die werden wohl auch noch bleiben, aber sie sind a) so unglaublich viel seltener und b) selbst wenn ich z.B. so angespannt bin, daß ich gleich implodieren könnte, ist anders, nicht mehr umfassend und entsprechend besser in den Griff zu bekommen. Es ist schwer zu erklären (ratet mal, was der tolle Neuigkeit-Anteil war, für den ich nicht die adäquaten Worte finde ^^). Aber es ist gut.
Seitdem kann ich auch endlich, endlich vernünftig an meiner Magisterarbeit arbeiten. Wird auch Zeit - 12. März ist Abgabe... Ob ich es noch schaffe? Ganz ehrlich? Keinen blassen Schimmer.
Aber kapituliert wird nicht! Wäre zudem ja auch nicht die erste schriftliche Arbeit für die Uni, die ich in einer Tour de Force in unangemessen kurzer Zeit runterreisse. (Über die Vernunft dieser Taktik sei an dieser Stelle gnädig der Mantel des Schweigens gebreitet.) Eine spannende, spezielle Fragestellung haben mein Betreuer und ich nun auch abgesprochen, also kann ich nun richtig konkret werkeln. Ich bin selber gespannt, ob und wie das noch wird, ehrlich gesagt. Mir ist klar, daß die Arbeit nicht zu meiner Zufriedenheit perfektioniert sein wird - ich werde nicht alle philosophischen und historischen Hintergründe erarbeiten können, weder die Staatsraison Richelieus noch die seiner Vordenker en detail nachzeichnen und in Korrelation bringen können, nicht die letztgültigen Auswirkungen seines Politischen Testaments aufzeigen und die Reaktionen seines direkten politischen Umfelds paraphrasieren können, nicht sinnhaft nachschlagen, ob und wie er in seinen Mémoires (seinem zehnbändigen, unvollständig gebliebenen Lebenswerk zur Politik und Geschichte Frankreichs seiner Lebzeiten) auf die Arbeit an seinem Testament oder die darin erwähnten Vorkommnisse eingeht,... Dennoch werde ich diese Arbeit so gut wie möglich schreiben und leisten, was ich kann. Selbst, wenn die Fragestellung nur sehr eng bearbeitet wird, vielleicht sogar (Bauchschmerzen-Satz) unzureichend im Hinblick auf Vollständigkeit und Perfektion. Hach.
In jedem Fall macht es unglaublich Spaß, ständig einen Text in der Hand zu haben, Richelieus fein ziselierten Sätzen zu folgen, ... Wie eine Abenteuerreise! So gut, diese lebendige Neugier wieder zu spüren.
Emil, um meinen felinen Mitbewohner nicht unerwähnt zu lassen, sitzt seit einer guten halben Stunde im Waschbecken und wartet, daß das Wasser wieder angestellt wird. Er liebt das Spiel mit dem Wasserstrahl und kann gar nicht nachvollziehen, daß ich den nach einer Weile immer wieder ausstelle - wenn der Kater irgendwann mal rausfindet, wie er die Mischbatterie bedienen muß, hab ich ein Problem! Nur "Handtuch" und "abtrocken" findet er extrem uncool.
Ansonsten hat er gelernt, wie er auf der Schulter sitzen kann, was bedeutet, daß er bei mir sein kann und ich beide Arme frei habe - klassische Win-Win-Situation also - und ist auf die Titelmelodie von "Big Bang Theory" getriggert (am Anfang fliegen doch die ganzen Entwicklungen der Evolution über den Bildschirm, was er mit großer Begeisterung jagt). Das andere 'böse' Wort ist "arbeiten", bedeutet es für den Kater schlicht, daß er dann alleine ist, was er mit Spielaufforderungen und allgemeiner Tragik im Blick zu verhindern sucht.
Samstag, 11. Februar 2012
Samstag Abend
Das mache ich, dank dem initialen Tritt meines 'kleinen' Bruders, im Moment monatlich und genieße, wie gut es tut. Ich lerne neue Leute kennen, tanze Streß weg und habe jede Menge Spaß. Meine schwarze Sozialisation schreitet also voran. ;-)
Da aber sowohl Janina als auch Gea und Julian abgesagt haben, verbring ich den Abend spontan damit, das Popcorn zum Horrorfilm gegen Emil zu verteidigen und zu regenerieren (für die Magisterarbeit hab ich nämlich den Medizinstudenten-Grundsatz "Der Tag hat 24h und wenn das nicht reicht, nimmt man eben die Nacht hinzu" beherzigt, was mit der Zeit durchaus anstrengend wird).
Zum Trost - meinem, zugegeben - ein Bild von letzter Woche. Wer Gea, Tom und mich findet, darf sich einen Keks wünschen!
Freitag, 3. Februar 2012
Emil
Ohne besonderen Anlaß, einfach nur so und ebenso dann alle offiziell wissen, wie der Kater heißt.
Ein wenig bin ich schon gespannt, ob und wieviel der Kleine noch wächst.
Momentan ist er für einen Kater mit 3,7kg noch sehr leicht und winzig. Nicht, daß das schlimm wäre! Gottbewahre! Von mir aus darf er gerne so bleiben; zumal er es liebt, auf den Arm genommen zu werden. Aber da man ihn vom Alter her nur schätzen konnte, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Wachstumsschub eben nicht so gering.
Wir verstehen uns weiterhin prächtig! Emil ist nicht stricktauglich, aber auch das bekommen wir noch in den Griff, da bin ich zuversichtlich. Er spielt viel, vor allem alleine und ist immer um mich herum, sehr schmusebedürftig. Ist für mich ein wenig irritierend, wo ich doch so ein Eremit bin, aber es ist unglaublich schön, wieder etwas lebendiges zu haben, daß einen zu Fall bringt, in die hintersten Winkel begleitet, den Wollkorb ausräumt, im Zimmer verteilt und absolut unschuldig guckt, immer wieder Beute darbringt, abends mit ins Bett fällt, ...
PS: Man beachte den Farbwechsel im einzelnen Schnurrhaar, wie man ihn auf dem letzten Bild exemplarisch sieht. Kannte ich so auch noch nicht. Emil ist halt bunt bis ins letzte Detail: diverseste Farbwechsel im Fell, Musterwechsel, zweifarbige Iris, schwarze Pfotenhaut bei relativ hellem Fell, zweifarbige Schnurrhaare. Kurios, oder?
Donnerstag, 19. Januar 2012
Nicht die Emma!
Ist er nicht wunderschön?
Meine Eltern haben mir wunderbarerweise und viel zu großzügig die Haltung einer Katze ermöglicht und geschenkt, wofür ich ihnen unermeßlich dankbar bin!
Klar war nur: keine größeren, chronischen Krankheiten (damit hab ich keine Erfahrungen und fänd das dem Tier gegenüber je nach Symptomen entsetzlich unfair), muß alleine bleiben können, reine Wohnungskatze, weiblich (Kater und ich, das endet immer in neutraler Toleranz, aber noch nie mehr). Im Rahmen dieser so umrissenen aktiven Suche nach einem Tier sind wir gestern relativ spontan ins Wuppertaler Tierheim gefahren und haben mal geschaut, wie dort so die Lage an der vermittelbaren Katzenfront ist. Und unter all den Katzen, die z.T. durchaus niedlich waren, war da diese eine, die spontan „wow“ ausgelöst hat. Aber weil die mit einer anderen zusammen in der Box war, waren meine Mutter und ich uns einig, daß die wohl nur zu zweit vermittelt werden würden, was ein Ausschlußkriterium darstellte. Also ab in den nächsten Raum. Dort fand uns dann eine der Mitarbeiterinnen, mit der wir dann die verschiedenen Katzen besprachen. Ich muß gestehen, während sie versuchte, mir eine Schildplattschönheit warm zu reden – die ganz harte Tour mit Käfig öffnen –, hab ich überlegt, ob wir nicht in den ersten Raum gehen können, vielleicht kann man ja fragen, was mit der wunderschönen sympathischen Katze in der Gemeinschaftsbox wäre…
Nach kurzer Rücksprache stellte sich dann raus, daß die durchaus auch einzeln vermittelt werden würden und primär aufgrund des Platzmangels zusammen waren. Diese beiden Tiere waren nämlich zwei unter Dutzenden, die aus einer Messie-Wohnung gerettet wurden. ‚Meine‘ wurde mir als ca. anderthalbjährige, unkomplizierte Katze vorgestellt und wären wir uns unterhielten, waren die Katze und ich uns eifrigst am anfreunden, bis irgendwann einer der Anwesenden feststellte, daß wir uns doch eigentlich längst beide füreinander entschieden haben. Normalerweise wäre sie wohl zwar freundlich, aber nicht dermaßen engagiert dabei. – Das war toll! Die wunderschönste, beste, tollste, netteste Katze hat mich auch auf Anhieb gemocht! =)
Also haben wir gestern alles benötigte eingekauft und ich hab die Wohnung katzensicher gemacht, inkl. einem Großputz, daß mußte ja beides nicht in den ersten Tagen nach Einzug in die neue Umgebung sein, fand ich. Sonst hätt ich meine Kleine gestern schon gerne mitgenommen! Auf dem Heimweg haben wir noch rumgescherzt, daß es mein Weltbild durchaus schwer erschüttert hätte, hätte mich auf einmal ein Kater gemocht!
Heute dann sind wir mit dem Tragekorb unterm Arm ins Tierheim rein, stellen uns an den Empfang und es ergab sich folgender Dialog:
„Guten Tag, wir wollen die Katze abholen.“
„Den Kater.“
„Nein, nein, die Katze.“
„Nee, den Kater.“ – An dieser Stelle befiel mich milde Panik, daß meine Kleine weg wäre und man mir das falsche Tier, z.B. den Kater aus der Gemeinschaftsbox, reserviert hatte/unterjubeln wollte. Entsprechend geriet mein zaghaftes „Nein, die Katze?“ in der Tat nunmehr zur Frage. Große Unruhe im Tierheim, nun waren alle unsicher, welches Geschlecht das Tier – denn um welches Tier es ging, ließ sich zumindest eindeutig festhalten – hat. Im weiteren Verlauf wurde klar: Meine Katze ist ein Kater. Damit war „Emma“ als Name raus; das hatte mein Vater vorgeschlagen und ich fand es wirklich hübsch und passend. Aber die Sympathie blieb die gleiche, also einpacken, Weltbild zurechtrücken und heimwärts. Außerdem ist es scheinbar Familientradition im Tierheim das falsche Geschlecht genannt zu bekommen: Der damals noch sehr wollige, erste Hund meiner Eltern sollte unter all den langen Haaren ein Rüde sein, was sie beim ersten Gassigang anzweifelten und bei der Schur korrigierten. Warum soll es mir also anders gehen? Amüsant, nicht wahr?
Nun ist er da. Den Umständen geschuldet noch namenlos, aber bildhübsch und charmant.
Sein erster Weg aus der Box raus führte ins – genau: Bücherregal! Ist das mein Kater oder ist das mein Kater?
Dort blieb er auch die erste Stunde. Großartig gestreßt wirkte er nicht, groß motiviert sich umzusehen aber auch nicht. Anfassen läßt er sich von Anfang an. Auch Fotos und direkt neben ihm telefonieren nimmt er gelassen hin.
Mittlerweile ist das Schlafzimmer komplett erkundet und wir haben ausgiebig geschmust.
Hach, er ist so unglaublich niedlich! Und so wunderschön unglaublich gezeichnet, mit den schwarzen Umrandungen im Gesicht! Und nett und charmant! Trotz seines recht hellen, farblich absolut herrlich geratenen Fells sind die Krallen und die Haut seiner Pfoten tiefschwarz. Seine Maserung wirkt am Rumpf teilweise so durchbrochen, daß ich schon überlegt habe, ob in einer der vielen vorangegangenen Generationen ein Bengale dazwischen war. Was auch erklären würde, warum er für einen Kater so schmal ist (das wiederum kann aber auch an der Haltung beim Vorbesitzer gelegen haben, das weiß ich nicht.)
Huh, ich bin so aufgeregt. Wie er sich wohl entwickeln wird? Wieviel Erziehung er wohl schon abbekommen hat? Und: Wie er wohl heißen wird? (Vorschläge werden gerne entgegengenommen)