Donnerstag, 16. Februar 2012

Update

Ich weiß, ich weiß, ich schweige momentan. Das liegt keineswegs daran, daß nichts passieren würde, aber entweder hab ich schlicht keine Ressourcen zum Bloggen frei oder ich find die richtigen Worte nicht.
Also, was gibt es neues? Eigentlich viel, alles und nix.
Meine Therapeutin hat etwas anderes probiert - EMDR, falls euch das was sagt - und bäm! Da war der Durchbruch. Es ist großartig! Mir geht es gut! Ich hab doch gesagt, ich bin überzeugt, irgendwo ist ein Knopf, der alles sehr viel besser zaubert. ;-) Nein, im Ernst, es hat etwas großes gelöst und nach ein paar Sitzungen mit EMDR geht es mir richtig gut. Stabil zudem. Klar, es gibt suboptimale Momente, die werden wohl auch noch bleiben, aber sie sind a) so unglaublich viel seltener und b) selbst wenn ich z.B. so angespannt bin, daß ich gleich implodieren könnte, ist anders, nicht mehr umfassend und entsprechend besser in den Griff zu bekommen. Es ist schwer zu erklären (ratet mal, was der tolle Neuigkeit-Anteil war, für den ich nicht die adäquaten Worte finde ^^). Aber es ist gut.

Seitdem kann ich auch endlich, endlich vernünftig an meiner Magisterarbeit arbeiten. Wird auch Zeit - 12. März ist Abgabe... Ob ich es noch schaffe? Ganz ehrlich? Keinen blassen Schimmer.
Aber kapituliert wird nicht! Wäre zudem ja auch nicht die erste schriftliche Arbeit für die Uni, die ich in einer Tour de Force in unangemessen kurzer Zeit runterreisse. (Über die Vernunft dieser Taktik sei an dieser Stelle gnädig der Mantel des Schweigens gebreitet.) Eine spannende, spezielle Fragestellung haben mein Betreuer und ich nun auch abgesprochen, also kann ich nun richtig konkret werkeln. Ich bin selber gespannt, ob und wie das noch wird, ehrlich gesagt. Mir ist klar, daß die Arbeit nicht zu meiner Zufriedenheit perfektioniert sein wird - ich werde nicht alle philosophischen und historischen Hintergründe erarbeiten können, weder die Staatsraison Richelieus noch die seiner Vordenker en detail nachzeichnen und in Korrelation bringen können, nicht die letztgültigen Auswirkungen seines Politischen Testaments aufzeigen und die Reaktionen seines direkten politischen Umfelds paraphrasieren können, nicht sinnhaft nachschlagen, ob und wie er in seinen Mémoires (seinem zehnbändigen, unvollständig gebliebenen Lebenswerk zur Politik und Geschichte Frankreichs seiner Lebzeiten) auf die Arbeit an seinem Testament oder die darin erwähnten Vorkommnisse eingeht,... Dennoch werde ich diese Arbeit so gut wie möglich schreiben und leisten, was ich kann. Selbst, wenn die Fragestellung nur sehr eng bearbeitet wird, vielleicht sogar (Bauchschmerzen-Satz) unzureichend im Hinblick auf Vollständigkeit und Perfektion. Hach.
In jedem Fall macht es unglaublich Spaß, ständig einen Text in der Hand zu haben, Richelieus fein ziselierten Sätzen zu folgen, ... Wie eine Abenteuerreise! So gut, diese lebendige Neugier wieder zu spüren.

Emil, um meinen felinen Mitbewohner nicht unerwähnt zu lassen, sitzt seit einer guten halben Stunde im Waschbecken und wartet, daß das Wasser wieder angestellt wird. Er liebt das Spiel mit dem Wasserstrahl und kann gar nicht nachvollziehen, daß ich den nach einer Weile immer wieder ausstelle - wenn der Kater irgendwann mal rausfindet, wie er die Mischbatterie bedienen muß, hab ich ein Problem! Nur "Handtuch" und "abtrocken" findet er extrem uncool.
Ansonsten hat er gelernt, wie er auf der Schulter sitzen kann, was bedeutet, daß er bei mir sein kann und ich beide Arme frei habe - klassische Win-Win-Situation also - und ist auf die Titelmelodie von "Big Bang Theory" getriggert (am Anfang fliegen doch die ganzen Entwicklungen der Evolution über den Bildschirm, was er mit großer Begeisterung jagt). Das andere 'böse' Wort ist "arbeiten", bedeutet es für den Kater schlicht, daß er dann alleine ist, was er mit Spielaufforderungen und allgemeiner Tragik im Blick zu verhindern sucht.

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