Freitag, 14. November 2008

Schau mal, ein Blog

Beim sinnlosen Sinnieren stellte sich mir - ausgelöst von dem müßigen Gedanken, daß ich ja noch ein Bild posten wollte - die müßige Frage, wozu - oder besser: für wen - ich eigentlich blogge.
Einen großen Freundeskreis, der regelmäßig meine Homepage und damit auch mein Blog checken würde, weil ich die Adresse halt verteilt habe, hab ich nicht. Fällt also raus. Meinem kleinen Freundeskreis dräng ich nicht auf, diese spärlich tropfenden Ergüsse nicht einmal auf ein Ziel gerichteter, aber periodisch beharrlich nach draußen drängender Kreativität bzw. Mitteilungsbedürfnisse lesen zu müssen, damit sie auf eventuelle Nachfragen vorbereitet sind, oder gar kommentieren zu müssen, damit ich mein Ego streicheln kann. Wer bleibt? Anonyme Communities, deren Mitglied man ist? Ob der Anonymität durchaus reizvoll - ob es jemand liest oder nicht, bekomm ich nicht mit (das kann mich im Zweifel also nicht deprimieren), wie die Leute urteilen, bekomm ich nicht mit (das kann mich im Zweifel also nicht verunsichern).
Andererseits will man ja, daß die Welt einen zur Kenntnis nimmt, einen lobt und vor allem zunächst einmal eine Rückmeldung gibt. - Der Mensch ist halt nicht nur ein merkwürdiges, sondern eben auch immer ein egozentrisches Tierchen.
Das führt uns also zurück zur Eingangsfrage: Für wen blogge ich?
Ich denke, daß ich in erster Linie für mich blogge - zum Entertainment gegen alltägliche Langeweile und zum Amüsement; aus Experimentierfreude, ein Phänomen unserer Zeit zu erleben und ein neues, breites Medium zur Verbreitung der subjektiven Weltsicht; zum Mitteilen von Dingen, die ich loswerden, aber nicht direkt persönlich erzählen will. Wenn jemand über den Blog stolpert, es liest und sich am Ende vielleicht sogar amüsiert oder gar in irgendeiner Form angeregt fühlt - optimal. Wenn nicht, werde ich es in den anonymen Weiten des World Wide Web wohl nie erfahren.

Keine Kommentare:

 
Counter